Woher weiß ich, ob er der Richtige für mich ist?

Ich bin mit meinem Freund seit einem halben Jahr zusammen, aber ich bin nicht sicher, ob er der Richtige ist. Wie kann ich sicher sein? Martha, 22

Die Gefühle  sollten einem sagen, für wen man sich zu entscheiden hat, aber manchmal sagen Gefühle ja nichts. Also hat die Mathematik für die Frage, welcher Partner der fürs Leben ist, eine Formel ersonnen.
Das aus der Spieltheorie stammende Heiratsproblem stellt sich folgendermaßen dar: Hat man einen potenziellen Partner abgelehnt, dann kann man, falls man später feststellt, dass er der beste gewesen wäre, nicht wieder zurück.  Man ist also an seine Entscheidung gebunden. Es könnte aber immer sein, dass der nächste Partner der beste ist. Wie kann man also wissen, ob das Risiko höher ist, einen guten abzulehnen, als einen besseren gar nicht erst kennenzulernen?
Der Mathematiker Franz Thomas Bruss schlägt vor, die Anzahl der potenziellen Partner durch die Eulersche Zahl zu teilen. Gehen wir davon aus, dass man im Laufe der Jahre 100 Partner kennenlernt, dann teilt man also 100 durch 2,7.
Das Ergebnis ist 37. Den nächsten, der besser ist als der Beste dieser 37, nimmt man. Damit steigt die Chance, dass man den besten Partner gefunden hat, auf anderweitig nicht erreichbare 37 Prozent. Besser kann man nicht fahren, zumindest in der Theorie.
Diese Vorgehensweise ist natürlich nicht besonders praktikabel. Wer würde schon seine ersten 37 potenziellen Partner ziehen lassen, bloß weil er einer Formel folgt?
Die Formel ist allerdings aus einem anderen Grund interessant. Wenn man sich mit ihr beschäftigt, muss man sich nämlich über die Zahl seiner potenziellen Partner Gedanken machen. Generell wird die Zahl gerne mit Erdbevölkerung geteilt durch 2 angegeben. Dann müsste man, nachdem man ungefähr 1,1 Milliarden Partner hat vorüberziehen lassen, nach dem nächsten besten Ausschau halten. Nimmt man aber die Backus-Formel zur Hilfe, die sich der junge Ökonom Peter Backus in Abwandlung der Drake-Formel (mit der man errechnet, wie wahrscheinlich es ist, dass die Menschheit im Zeitraum X auf eine kommunikationsfähige außerirdische Lebensform stößt), ausgedacht hat, um sich zu erklären, warum er keine Freundin hat, dann landet man je nach körperlicher Attraktivität und Wahllosigkeit bei einer niedrigen zweistelligen Zahl. Teilt man diese dann durch 2,7, dann hat man die Antwort. Der statistisch gesehen richtige Zeitpunkt zur Entscheidung ist also: früher, als Sie denken, aber nicht ganz so früh, wie Sie befürchten.

 

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